Vom Saulus zum Paulus könnte auch für Investment-Guru Soros gelten, der eine Milliarden-Investition in Öko-Aktien angekündigt hat. Damit folgt er aber nur dem Beispiel seines noch berühmteren Kollegen Warren Buffett, der mit derartigen Papieren bereits enorme Gewinne eingefahren hat.
Zu einem Gutteil seines Reichtums kam George Soros unter anderem mit Spekulationen gegen den britischen Pfund im Herbst 1992. Er vertrat seine Meinen, das Pfund Sterling sei überbewertet, öffentlich und spekulierte massiv gegen die Währung.
Auf seine alten Tage, will er nun mithelfen, die Welt zu retten. Wobei aber natürlich auch für ihn eine ordentliche Scheibe des Gewinns abfallen soll.
Gegenüber einer in Kopenhagen tagenden Konferenz im Vorfeld des Klimagipfels in zwei Monaten hat Soros bekannt gegeben, dass er eine Milliarde Dollar in saubere Technologien investieren will um damit zur Lösung des Problems des Klimawandels beizutragen.
Allerdings: "Ich möchte strenge Kriterien an die Investments anlegen", so Soros in der eMail-Nachricht. "Sie sollen rentabel sein, aber gleichzeitig einen echten Beitrag zur Lösung des Problems leisten.
Parallel dazu will Soros die Climate Policy Initiative ins Leben rufen. In den kommenden zehn Jahren soll diese in San Francisco ansässige Organisation jährlich zehn Millionen Dollar erhalten. Die Climate Policy Initiative soll "teils Beratungsdienst, teils Vordenker, teils Überwacher" in Regionen wie den USA, Europa, China, Indien und Brasilien sein. Aber auch mit dem Emissionsrechtehandel will man sich beschäftigen. Vor allem aber soll sie auf die Politiker Einfluss nehmen. "Das Problem der Erderwärmung ist derzeit in erster Linie ein politisches", so Soros, "In der Wissenschaft besteht keine Ungewissheit mehr, aber wie erreichen wir die Ziele, von denen wir alle wissen, dass sie notwendig sind? Es ist ein politisches Problem."
Cave canem
Gleichzeitig tritt Soros auch für eine einfache Besteuerung der Treibhausgase ein. Handelssysteme für Emissionsrechte, wie sie Europa bereits besitzt, würden seiner Überzeugung nach Investoren dazu animieren, die Systeme zum eigenen Vorteil zu manipulieren. Er muss es wissen, schließlich erklärt er dazu bereits im Juli bei einem Seminar der London School of Economics offen: "Das System eignet sich für Spieler; deshalb ist es beliebt bei Finanztypen wie mir; denn es bietet finanzielle Gelegenheiten."
Buffett bereits fest investiert
Im Gegensatz zu George Soros ist Warren Buffett bereits seit längerem in den einschlägigen "grünen" Sektoren investiert. Sein Meisterstück dabei ist wohl der chinesische Hersteller von Batterien, BYD Company Limited. Über Berkshire Hathaway und die ebenfalls darüber kontrollierte MidAmerican Energy (gehört zu 87 Prozent Berkshire Hathaway) steigt Buffett Ende September 2008 mit 10 Prozent, die rund 230 Millionen Dollar kosten, in das Unternehmen ein. Nachdem sich der Preis in der Folge innerhalb weniger Tage verdreifachte, ist die Aktie heute fast neunmal soviel Wert, wie vor einem Jahr.
Vor allem aber ist es das erklärte Ziel von BYD, vor allen anderen Herstellern ein serienreifes Elektro-Massenfahrzeug in China auf den Markt bringen.
Buffett ist in der Szene der "grünen" Aktien jedoch bereits seit Jahren aktiv. Unter anderem in so ausgefallen Bereichen wie der Geothermie. Die bereits erwähnte MidAmerican Energy ist die Eigentümerin von CalEnergy, die wiederum zehn Geothermie-Kraftwerke in Kalifornien betreibt und in den kommenden Jahren weiter drei errichten will.
Über weitere Töchter ist MidAmerican auch stark in der Windkraft engagiert und holt derzeit zu einem Megaprojekt in Großbritannien aus. Wie die "Times" Ende September 2009 berichtete, soll Buffett gewillt sein, bis zu 1,6 Milliarden Dollar in eines der größten Offshore-Windprojekte des Landes zu investieren. Konkret soll MidAmerican einen 20-Jahresvertrag für den Aufbau und die Wartung eines unterseeischen Stromnetzes zur Verbindung von neun Offshore-Windparks erhalten. Man befindet sich mit diesen Plänen immerhin bereits unter den besten Bietern.
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