Marktberichte Wien und International

Freitag, 7. Mai 2010

Zinsvergleich: Welche Zinsen sind für mich relevant?

Die Verzinsung
Die Verzinsung kann fix oder variabel erfolgen. Die Zinssatzhöhe ist von der Bindungsfrist, der Einlagenhöhe und der Sparfrequenz abhängig. Sparer borgen Banken mit ihren Spareinlagen Kapital. Als Gegenleistung dafür erhalten sie Zinsen.

• Fixe Verzinsung

Der Zinsertrag ist im Voraus bekannt ist, wenn die vereinbarte Spardauer eingehalten wird. Eine fixe Verzinsung macht Sinn, wenn das aktuelle Zinsniveau relativ hoch und die Wahrscheinlichkeit sinkender Zinsen daher relativ groß ist.

In Zeiten niedriger Zinsen macht langfristige Bindung wenig Sinn, denn das Risiko, bei steigenden Zinsen längerfristig an einen nicht mehr marktkonformen Zinssatz gebunden zu bleiben, ist hoch.

Variable Verzinsung
Der vereinbarte Zinssatz kann auch sinken. Dafür kann davon ausgegangen werden, dass der Zinssatz auch bei steigenden Zinsen marktkonform bleibt.

Zur Ermittlung der Netto-Zinserträge ist neben der Kapitalertragssteuer auch die jeweilige Inflationsrate zu berücksichtigen.

Werden die Zinsen jedes Jahr gutgeschrieben, erhöht sich die ursprüngliche Spareinlage laufend (abzüglich der 25 % Kapitalertragssteuer auf Zinserträge). Dieser Zinseszinseffekt lässt Spareinlagen progressiv ansteigen. D. h., eine längere Spardauer führt zu höheren Erträgen.

Zinsvergleich
Hier können Sie Sparzinsen optimal vergleichen:

Zinsvergleich von Biallo

Zinsenrechner der Arbeiterkammer
Zinsvergleich des WirtschaftsBlatt

Dienstag, 9. Februar 2010

Wirtschaftskammerwahlen 2010: Nun muss Leitl um die Großen kämpfen


Arbeitslose und Unternehmen haben eines gemeinsam: Sie solidarisieren sich nicht


Es gibt wenige Gruppen der Gesellschaft, die sich so schwer für gemeinsames Lobbying vereinnahmen lassen wie Arbeitslose und Unternehmer. Es handelt sich bei beiden Gruppen um Schicksalsgemeinschaften, die unfreiwillig gemeinsam auf die Reise gegangen sind. Die Mitglieder der Gemeinschaften haben eine hohe Resistenz gegen jede Form der Solidarisierung. Es ist daher genauso sinnlos eine Arbeitslosenpartei zu gründen wie eine Unternehmerpartei.

Der Hintergrund ist leicht erklärt und in der Wirtschaftspsychologie ein durchgängig untersuchtes Phänomen: Der persönliche Erfolg als auch der Mißerfolg wird nicht Außenfaktoren, sondern dem eigenen Vermögen oder Unvermögen zugeschrieben. Wenn jemand seine Arbeit verliert, sucht er die Ursache zunächst vorsichtig und mit zunehmender Dauer umso stärker bei sich selbst. Bei Unternehmern ist es ähnlich: Sie reagieren auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und begreifen diese zunächst als Chance. Sie gehen also nicht gemeinsam auf die Straße, um mehr Förderungen, eine bessere Gewerbeordnung oder Steuererleichterungen zu bekommen. Sie diskutieren solche Angelegenheiten in kleinen Klubs und legen parallel in ihren Firmen jene Hebel um, die zur Anpassung an ein kälter werdendes Umfeld dienen.

Wenn es nun darum geht, bei der Wirtschaftskammer-Wahl neue Funktionäre für Österreichs 560.000 Gewerbetreibende zu finden, so tritt dieses Dilemma augenscheinlich zutage. Die Business Community ist inhomogen. Da gibt es große Betriebe, die sich starkes Lobbying auf politischer Ebene wünschen. Doch zwei Drittel der Kammer-Wähler beschäftigen nicht mehr als sich selbst und erwarten aufgespannte Sicherheitsnetze.

Mit dem Versprechen, die Lebenssituation der Kleinunternehmer zu verbessern, gewann Christoph Leitl die vergangenen Wahlen. Er geht mit seinem Wirtschaftsbund auch als Favorit in die kommende Wahl. Wie sieht jedoch seine Bilanz aus? Die WirtschaftsBlatt-Umfrage demonstriert das anschaulich: Der Fallschirm für die Kleinbetriebe wurde aufgespannt, soweit das überhaupt möglich ist. Es gibt heute Zugang zu Arbeitslosengeld, eine GmbH kann um 10.000 € gegründet werden und viele Kredite und Förderungen gibt es unbürokratischer und in handlicheren Dosen.

Doch nun schlägt das Pendel zurück: Große rebellieren. Sie erwarten sich eine Front im Kampf um enger werdende Ressourcen, denn den Konjunkturpaketen werden Sparpakete folgen. Und Sparen soll aus ihrer Sicht im sozialen und nicht im unternehmerischen Umfeld erfolgen.

Samstag, 23. Januar 2010

Kärnten braucht Neuwahlen, und zwar jetzt!


Nur wenige Kärntner glauben, dass eine Neuwahl dem Land eine neue Regierung bringen würde. Wir müssen es dennoch versuchen!
Als Kärntner werde ich derzeit laufend auf die Ereignisse in meiner Heimat angesprochen. „Man kann die ­Herkunft leugnen oder hoffen, dass das Bundesland von Italien annektiert wird“, scherzt der IV-Ökonom Christian Helmenstein. Stimmt. Doch ich denke gar nicht daran meine Herkunft zu leugnen, denn das hieße ja, dass ich sie jenen Idioten überlasse, die seit zehn Jahren das Land in den Niedergang führen.

Ökonomischer Ausnahmezustand
Kärnten droht der ökonomische Ausnahmezustand. Obwohl Kärnten seine Jugend besser ausbildet als andere Länder, obwohl der Strukturwandel – weg von der Grundstoffindustrie hin zu forschungslastigen Zukunftssektoren – früher als anderswo bewältigt wurde, zeigen aktuelle Statistiken, dass es in hohem Tempo abwärts geht. Der Schuldenstand, schon jetzt der höchste in ganz Österreich, verdoppelt sich in den kommenden vier Jahren, Konzerne wälzen Abwanderungspläne und Bundesförderstellen zögern mit der Freigabe von Mitteln. Unter dem Titel “Das andere Kärnten” zeigte die Industriellenvereinigung auf, dass das südlichste Bundesland erstaunlich viele hochbegabte Menschen hervorbringt, die aber zu einem hohen Anteil abwandern. Klar ist auch, dass sich in Kärnten – etwa beim Rückgang der Bevölkerung – Trends zeigen, die später einmal ganz Österreich ereilen werden.

Mob hält uns in Geiselhaft
Aber auch die Tatsache, dass ein rechtspopulistischer Mob ein Land in Geiselhaft halten kann, ist ein Mahnsignal, das die Schadenfreude überstrahlt.
Wenn sich nichts ändert, werden die ökonomischen Probleme von heute zu sozialen Brandherden der Zukunft. Die Arbeitslosigkeit und Abwanderungsquoten werden noch steigen, damit wird die Pro-Kopf-Verschuldung sich weiter verschärfen und so wird der wirtschaftspolitische Handlungsspielraum immer kleiner. Wenn ein Land kein Geld mehr hat, dann kann es keine Betriebe mehr anlocken, dann kann es keine Schulen, keine Seniorenheime und keine Krankenhäuser mehr finanzieren.

Hilfe zur Selbsthilfe

Nicht-Kärntner, die mit verdienter Lust den Niedergang der Haider-Erben beobachten, sollten sich aufgefordert fühlen, Lösungen zu erarbeiten, die als Modelle für das Österreich der Zukunft dienen werden.

Wie kann Kärnten die Faschingsprinzen Gerhard Dörfler und Uwe Scheuch loswerden und sie wieder dorthin schicken, wo sie hingehören? Auf den Traktor, in den Stall, an den Kopierer, an die Kaffeemaschine und an den Stammtisch.

Das wird nicht, denn viele Kärntner wollen das ja gar nicht. Wie ganz Österreich weiß, werden in Kärnten Euro-Tausender vom Landeshauptmann persönlich verteilt, werden Probleme hemdsärmelig gelöst. Weniger Leute wissen, dass auch rote Bürgermeister die blau/orange Führung nicht stürzen wollen, weil sie sich bestens arrangiert haben. Weil es auch für die Bürgermeister nie leichter war, Geld und Geschenke zu verteilen. Wie noch weniger Leute wissen, trauen sich auch viele Unternehmer nicht Kritik zu üben. Diese genieren sich zwar für die politische Führung, treten aber nicht gegen sie auf, solange sie um deren Gunst und Förderungen zittern müssen.

Demut heißt, die Schönheit vergessen
Quid pro Quo – doch das Problem sitzt noch tiefer.
Auch jene, die nicht zur Lambichler Kultusgemeinde (Haiders blumengeschmückter Unfallort) pilgern, glauben nicht an die Erneuerung. Sie fürchten, dass eine Neuwahl eine Neuauflage des freiheitlichen Chaos bringen wird. Sie fürchten also auch weiterhin, dass sich SPÖ und ÖVP zu Koalitionen mit den rechten Narren verführen lassen werden.

Es fehlt der Mut. Mut kann nur dort entstehen, wo Demut Platz hat.
Wenn Kärntner über die Heimat sprechen, streichen sie die Vorzüge hervor, loben die warmen Seen, preisen die Berge, die Küche, die Nähe zu Italien. Seltener geht es um die Schriftsteller und Maler, die kulturelle Vielfalt und die Innovationskraft der Mitbürger.Kärnten ist nicht einzigartig, daher ist seine Schönheit unerheblich.Was zählt ist der Glaube an die innere Erneuerungskraft.

Was das Land daher dringend braucht, ist der Mut zu Neuwahlen und der feste Wille, die Fehler der vergangenen zehn Jahre wett zu machen.Keine Partei darf der heutigen politischen Führungselite in Zukunft ein Mandat geben. An die Spitze des Landes darf nur jemand kommen, der außerhalb der Landesgrenzen ausgiebig frische Luft geatmet hat.

Den Alptraum der Nullerjahre verarbeiten

Wahlen sind nur selten mit wirtschaftspolitischen Themen zu gewinnen, diesmal wäre es möglich. Die Parteien der Vernunft müssen sich auf einen Kandidaten, vorzugsweise eine/n ManagerIn mit internationalem Ruf. Man mag tausend Gründe vorbringen, die gegen die unternehmerischen Leistungen von Erwin Soravia, Peter Brabek (Nestle-AR-Chef aus Villach) oder Peter Löscher (Siemens-Manager aus Villach) sprechen. Was diese Menschen mit Sicherheit auszeichnet, ist ihre Tatkraft, mit der sie Kärnten vor dem ökonomischen Untergang bewahren können.

Nur so lässt sich der Alptraum der Nullerjahre in den kommenden zehn Jahren verarbeiten. Und wer weiß, vielleicht wird Wien in zehn Jahren vor ähnlichen Fragen stehen? Der wirtschaftliche Frieden strahlt am Ende auch auf die Menschen ab.

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